Judo-Techniken
Die Techniken im Judo sind zahl- und facettenreich. Um die Kunst des Judo völlig zu beherrschen, müssen diese Jahre lang studiert und trainiert werden. Die wenigsten Judo-Kämpfer kennen, geschweige denn, beherrschen die ganze Bandbreite der Judo-Techniken.
Grob lässt sich die Technik des Judo in vier Typen untergliedern, die wiederum aus zahlreichen Untergruppen bestehen:
- die Wurftechniken, die so genannten Nage Waza
- die Falltechniken, die sogenannten Ukemi Waza
- die Bodentechniken, die so genannten Katame oder auch Ne Waza
- die Schlagtechniken, die sogenannten Atemi Waza (nur im Kata)
Die verschiedenen Wurftechniken dienen natürlich dazu, den Gegner von den Beinen zu holen, um den Kampf bestenfalls zu beenden oder zumindest – je nach Art des Wurfes – Punkte zu sammeln. Anders als der Begriff es vielleicht vermuten lässt, geht es bei diesen Techniken keinesfalls um großen Kraftaufwand. Im Gegenteil: der Gegner nutzt die Bewegungen des Gegenübers geschickt aus, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen und so ohne großen Kraftaufwand auf die Matte befördern zu können.
Überwohl Werfen und Fallen essentielle Bestandteile des Judo sind, kommen Verletzungen vergleichsweise selten vor. Das liegt daran, dass auch das Fallen beim Erlernen des Judo eine sehr große Rolle spielt. Für jede Form des Fallens (nach rechts und link, vorwärts und rückwärts) gibt es spezielle Falltechniken, die es dem Geworfenen ermöglichen, seinen Fall nicht nur unbeschadet zu überstehen, sondern bestenfalls sogar so zu landen, dass ein Nachsetzen des Gegners unmöglich wird.
Oft findet ein Judokampf nicht im stehen, sondern am Boden statt. Hierfür gibt es verschiedene Bodentechniken, die von Festhalte- über Hebel- bis zu verschiedenen Würgetechniken reichen, die je nach Kampfsituation eingesetzt werden, um den Gegner zur Aufgabe zu zwingen oder sich aus einem Haltegriff zu befreien.
Die letzte angesprochene Technik, die Schlagtechnik, ist heute nur noch Teil einer bestimmten Form des Judo, des Katas. Diese Überbleibsel aus dem japanischen Jiu Jitsu werden fast ausschließlich für Zwecke der Selbstverteidigung gelehrt.