Geschichte und Entstehung des Judo

Die Geschichte des Judo in wenigen Worten zusammen zu fassen, ist nahezu unmöglich, da die Wurzeln der heutigen Kampfsportart bis in frühmittelalterliche Zeiten zurückreichen und die Anzahl der legendenhaften Geschichten über Anfänge und Entwicklung des Judo unendlich zu sein scheint. Mit Bestimmtheit kann aber gesagt werden, dass bereits aus dem 8. Jahrhundert gesicherte Belege für die ersten Wurzeln des Judo in Japan überliefert sind. Am Kaiserhof wurden zu dieser Zeit regelmäßige Ringkämpfe veranstaltet, in denen Kontrahenten aus sämtlichen Provinzen des Landes gegeneinander antraten. Wie viele Aspekte dieser Art des Ringens, des so genannten Sechie-Zumo noch im heutigen Judo wieder zu finden sind, lässt sich allerdings schwerlich mit Gewissheit sagen.
Im Laufe der Jahre bis zum Ende des 12. Jahrhunderts gewannen Kampfkünste dieser Art mehr und mehr Ansehen und wurden, auch aus Prestige-Gründen, immer mehr betrieben, um neue Techniken erweitert und bei verschiedensten gesellschaftlichen Anlässen aufgeführt.
An welchem Punkt der Geschichte der japanischen Kampfkunst sich das ‘Ju’, also das Prinzip des Nachgebens, sich im japanischen Kampfsport etablierte, bwz.  zu einer eigenen Kampfform entwickelte, ist strittig, zu viele Geschichten und Legenden ranken sich um dieses Thema. Beliebt und viel zitiert ist die eines japanischen Arztes,  Akiyama Shirobei, der nach seinem Studium der Medizin und der Kunst der Selbstverteidigung in China in sein Heimatland Japan zurückkehrt und sich in einen Tempel, den  Dazai-Tenjin, zurückzieht. Am 21. Tag seines Aufenthaltes im Tempel beginnt es stark zu schneien und  Akiyama Shirobei betrachtet die Bäume, sie unter der schweren Last des Schnees langsam nach unten gedruckt werden und schließlich entzwei brechen. Einzig der Weidenbaum übersteht alles unbeschadet, da seine Zweige, dank ihrer großen Elastizität, nachgeben, so dass der Schnee sanft zu Boden gleitet. Von diesem Bild inspiriert, soll  Akiyama Shirobei das Prinzip des Nachgebens, des ‘Ju’, als dem Prinzip der starren Gegenwehr überlegen erkannt und daher in die Kampfkunst eingeführt haben.